„… ist ein Streit, dergestalt, dass einer, dessen Liebste gestorben ist, den Tod zur Rede stellt, woraufhin sich der Tod verantwortet." So lautet Johannes von Tepls eigene Zusammenfassung seines Textes aus dem Jahr 1400, der heute zu den bedeutendsten Prosadichtungen des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit gezählt wird.
Zwei Schauspieler in den Rollen der Streitgegner nutzen für ihr Spiel den gesamten Kirchenraum. Durch Konzentration des Textes auf seine zeitlose Substanz entsteht Raum für Musik, die sich gemäß mittelalterlichem Denken als irdisches Echo der himmlischen Sphärenklänge versteht und zugleich die Zustände der menschlichen Seele in Tönen malt.
Mit seiner Verbindung von Musik, Sprache und Szene behandelt „Der Ackermann und der Tod" das Thema Vergänglichkeit auf sinnlicher ebenso wie auf verstandesmäßiger Ebene. Er richtet sich an alle, die in der Kunst Orientierung und Inspiration suchen bei ihrer persönlichen Auseinandersetzung mit dem Tod und folglich dem Leben.
Dominik Wilgenbus, geboren 1966 in Memmingen, aufgewachsen in Borken (Westfalen), studierte Theaterregie in München und arbeitet seit 1991 freischaffend als Musiktheater- und Schauspielregisseur sowie Autor, Übersetzer, Darsteller und Dozent. Er lebt in München, wo er 1997 das Metropoltheater und 2005 die Kammeroper München mitbegründet hat. Zu seinen über 170 Inszenierungen zählen u. a. „Heidi – das Heimatmusical", das Schauspiel mit Musik „Die Musketiere" sowie zahlreiche Opern-Pasticcios.